Kongenitale Prosopagnosie

Kongenitale Prosopagnosie ist eine Störung der Gesichtserkennung, die nicht mit Hirnschädigungen oder Geburtskomplikationen in Verbindung gebracht werden kann. In Fällen der kongenitalen Prosopagnosie wird, meist von den Eltern, berichtet, dass die Störung seit Geburt an bestand und das erste Auftreten des Problems nicht auf Verletzungen oder Veränderungen des zentralen Nervensystems zurückgeführt werden kann.
Es ist bekannt, dass Kinder schon direkt nach der Geburt Interesse für Stimuli mit Gesichtsstrukturen haben, vermutlich ist die Störung dieser angeborenen Präferenz für Gesichter daher vor dem Hintergrund einer kongenitalen Prosopagnosie zu betrachten. Da die Störung von Geburt an besteht kann eine genetische Vermittlung nicht ausgeschlossen werden. Erbliche Prosopagnosie ist für Fälle, in denen mindestens einen weitere blutsverwandte Person mit einer Störung der Gesichtserkennung bekannt ist, ein angemessener Begriff (wenngleich oft fälschlicherweise als Synonym für die kongenitale Prospopagnosie genutzt).
Ergebnisse, die den genetischen Hintergrund beleuchten sind limitiert, allerdings kann ein Muster von auftretender Prosopagnosie innerhalb einer Familie aus den ablaufenden
Prozessen abgeleitet werden.
Unsere Forschung fokussiert sich auf Verhaltensmuster und elektrophysikalische Korrelate bei kongenitale Prosopagnosie. Hierfür nutzen wir Tests für die Verhaltensmessung sowie ein 64-Kanal- EEG System, um die elektronischen Signale, die das Gehirn des jeweiligen Probanden bei der Bearbeitung der Test aussendet, zu messen und zu analysieren.